Die Woche war voll mit Open‑Source‑Themen, Meetings und digitalen Baustellen.
Aber heute zählt etwas anderes: Meine Tochter hat Schweinsbrodn bestellt.
Und wenn sie das sagt, dann liefert Papa. Punkt.

Dazu kommen Oma und Opa zu Besuch – also ein bisschen Druck, aber der gute Druck.
Der, der nach Küche riecht und nach Familie klingt.

Zutaten: Bodenständig mit Biernote

Ich koche nicht mit Sternen, sondern mit Wurzeln. Und mit Augustiner Dunkel.

  • Schweinebraten mit Schwarte
  • Karotten
  • Zwiebeln
  • Lauch
  • Sellerie
  • Knoblauch
  • Salz, Pfeffer, Kümmel
  • Brühe
  • Augustiner Dunkel

Vorbereitung: Schwarte trifft Struktur

Das Einschneiden der Schwarte ist für mich fast meditativ.
Andere gehen sonntags in die Kirche, ich ritze Fett. Ein Cuttermesser ist mein „Werkzeug“ bei diesem Thema.

Meine Tochter schaut kurz in die Küche, mustert das Fleisch und sagt trocken:
„Oma und Opa kommen gleich. Bitte mach’s gut, ja?“
Ich nehme das als Motivation.

Aufbau: Gemüse unten, Schwein oben, Papa mittendrin
Ein Bräter ist wie ein kleines Projekt: Wenn die Basis stimmt, läuft der Rest.

Gemüse rein, Fleisch drauf, Salz drüber.
Ein kurzer Check der Familie wird mit einem Kopfnicken gutiert
Und das ist das höchste Lob, das man als Vater an einem Sonntag bekommen kann.

Der Ofen: Geduld, Hitze und Familienleben
130 Grad Ober-/Unterhitze für die nächsten 3-4 Stunden, bis es zum hitzigen Finale kommt.
Nun heißt es abwarten, Zwischenreinigung der Arbeitsfläche, Kaffee trinken und den Teig für die böhmischen
Knödel vorbereiten.

Die Soße: Thermomix trifft Bratensud

Ich nehme den Sud aus dem Bräter, etwas Gemüse dazu, ab in den Thermomix.
Einmal aufmixen, abschmecken, fertig. Die Soße ist sämig, würzig, ehrlich. Nun ja, etwas dunkler hätte
sie sein dürfen, aber da war wohl zu viel helles Gemüse dabei.

Der Moment: Wenn die Kruste poppt
Es gibt Geräusche, die machen glücklich.
Das Knacken der Schwarte gehört dazu.
Wenn ich den Moment erwische, filme ich ihn.
Wenn nicht, genieße ich ihn einfach.

Der Anschnitt: Außen Rüstung, innen Zartheit

Der Moment, in dem alle kurz still sind — weil sie wissen, dass es gleich ernst wird.

Der Teller: Familie, Soße, Ruhe

Bei uns gibt’s nicht einfach „Knödel“.
Bei uns gibt’s Semmelknödel, Kartoffelknödel und böhmische Knödel – weil jede Generation ihren Favoriten hat.
Die Tochter nimmt die Kartoffelvariante, Oma will die böhmischen Knödel, und am Ende hat doch jeder alle 3 Varianten auf dem Teller.
Dazu Blaukraut, Bratensoße aus dem Thermomix und ein Schweinsbraten, der außen kracht und innen schmilzt.

Bonus aus der Küche: Der Sohn und sein Chicharrón

Während ich mich um den Braten gekümmert habe, war mein Sohn ebenfalls fleißig.
Er hat Chicharrón gezaubert – kross, krass und würzig.
Leider wiegt sein Urheberrecht mehr als mein Wunsch zur Veröffentlichung.
Deshalb gibt’s hier kein Bild, aber die Info musste raus.
Familienküche ist schließlich Teamarbeit.

Fazit: Warum Kochen mein Ausgleich ist

In der IT ist vieles abstrakt. – In der Küche ist alles echt.
Und irgendwo zwischen brutzelnder Schwarte, duftendem Gemüse und einem Kaffee wird aus Alltag plötzlich Sonntag.
Liebe geht durch den Magen – und ganz ehrlich: Metalmusik und Sonntagsbraten kochen sind eine absolut unterschätzte Traumkombination.
Da stimmt der Rhythmus, da stimmt die Hitze, da stimmt einfach alles. Wenn am Ende die Familie zufrieden am Tisch sitzt, weiß ich: Genau dafür lohnt sich der ganze Aufwand.

Euch allen einen schönen Sonntag – und bis bald, wenn es hier vielleicht wieder ein bisschen fachlicher wird.