Es gibt Themen, die begegnen einem nicht nur als Technologie, sondern als Haltung. Linux und Open Source gehören für mich genau in diese Kategorie. In den letzten Monaten habe ich mich nicht nur technisch damit auseinandergesetzt, sondern auch mit dem Mindset dahinter – und das passt erstaunlich gut zu meiner Art, neue Themen anzugehen: strukturiert, neugierig, mit Humor und einem gesunden Drang zur Unabhängigkeit.
Warum Linux? Warum jetzt?
Linux ist kein „Ich klick mal schnell was zusammen“-System. Und genau das macht es spannend.
Es zwingt dich, zu verstehen, was du tust. Nicht nur zu konsumieren, sondern zu begreifen.
In einer Welt, in der IT-Landschaften immer komplexer werden und gleichzeitig immer mehr Dienste in der Cloud verschwinden, ist das ein echter Vorteil. Denn wer versteht, kann entscheiden. Wer nur klickt, bleibt abhängig.
Open Source – mehr als kostenloser Code
Open Source ist für mich kein romantisches Hacker-Ideal, sondern ein strategischer Faktor. Es geht um Transparenz, Kontrolle und die Möglichkeit, Dinge selbst zu gestalten – oder zumindest zu verstehen, was andere tun.
Und ja, Open Source hat auch seine Herausforderungen:
- Broadcom hat 2025 die beliebten Bitnami-Images und Helm-Charts hinter eine Paywall geschoben.
- Die Ruby-Community diskutiert über Lizenzänderungen.
- Auf GitHub wurden Fake-Accounts entdeckt, die Repositories manipuliert haben – für Phishing, Crypto-Bots und andere kreative Katastrophen.
Open Source ist also nicht automatisch gut. Aber es ist offen – und das ist ein Unterschied.
Cloud, Kontrolle und Souveränität – warum das Thema gerade jetzt wichtig ist
Die geopolitische Lage ist angespannt. Cloud-Infrastrukturen liegen oft in den Händen weniger globaler Anbieter. Und während wir über DSGVO und Compliance diskutieren, laufen im Hintergrund:
- Ransomware-Angriffe auf Krankenhäuser
- Supply-Chain-Attacken auf Software-Bibliotheken
- KI-gestützte Phishing-Wellen
- Datenlecks durch falsch konfigurierte Cloud-Buckets
Ein paar Beispiele aus den letzten Monaten:
- 4 TB unverschlüsselte Backups von EY öffentlich in Azure gefunden
- Sicherheitslücken im Louvre-Museum durch veraltete Systeme und schwache Passwörter
- Die neue NIS2-Richtlinie zwingt Unternehmen zu mehr Sicherheit, Transparenz und Verantwortung
Digitale Souveränität ist keine politische Floskel mehr. Sie ist eine Notwendigkeit.
STACKIT – ein Beispiel für souveräne Cloud-Infrastruktur
STACKIT zeigt, dass leistungsfähige Cloud-Services auch regional, DSGVO-konform und unabhängig betrieben werden können – oft ebenfalls auf Linux-Basis.
Das ist nicht nur technisch spannend, sondern auch strategisch klug. Denn wer seine Datenhoheit behalten will, sollte wissen:
- Wo seine Infrastruktur steht
- Wer sie betreibt
- Auf welchem Fundament sie läuft
Und was hat das mit mir zu tun?
Ich bin kein Kernel-Entwickler. Aber ich bin jemand, der Verantwortung übernimmt – für Systeme, Prozesse und Menschen.
Und genau deshalb beschäftige ich mich mit Linux, Open Source und digitaler Souveränität.
Weil ich glaube, dass gute IT nicht nur funktioniert, sondern auch Haltung zeigt. Weil ich wissen will, was unter der Haube passiert. Und weil ich nicht der Typ bin, der blind auf „Akzeptieren & Weiter“ klickt.
Fazit: Technik ist Haltung – und manchmal auch ein bisschen Humor
Linux ist nicht sexy. Open Source ist nicht immer einfach. Und digitale Souveränität klingt nach Bundestagsrede.
Aber wenn man sich einmal reingefuchst hat, merkt man:
Es geht um mehr als Technik. Es geht um Selbstbestimmung, Verantwortung und die Fähigkeit, nicht nur zu reagieren – sondern zu gestalten.
Und wenn dabei mal ein Terminal abstürzt oder ein Paket nicht kompiliert – dann hilft ein guter Espresso, ein bisschen Fluchen und die Gewissheit:
Ich lerne gerade etwas, das mich unabhängiger macht.





